Tiere in der Landwirtschaft

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Mehrere Hundert Millionen Tiere werden pro Jahr in Deutschland gegessen. Die Dimension dieser Zahlen übersteigt die Vorstellungskraft, und doch stehen dahinter mehrere Hundert Millionen Einzelschicksale. Der enorme Verzehr von Fleisch und Produkten vom Tier sowie die "Geiz-ist-geil-Mentalität" der Verbraucher haben dazu geführt, dass die landwirtschaftliche Tierhaltung möglichst billig und aufwändig bei grösstmöglicher Leistung sein soll.

Das bedeutet intensive Tierhaltung in Massenställen, häufig ohne Auslauf, bei der das einzelne Tier keine Rolle spielt. Gesetzliche Vorschriften zur Tierhaltung bestehen nicht für alle genutzten Tierarten oder reichen meist nicht aus, um den Tieren ein arteigenes und tiergerechtes Leben zu ermöglichen.

SchweineSM_F_Nr-090

Etwa 27 Millionen Mast- und Zuchtschweine leben in Deutschland. Den Masttieren werden schon als Ferkel Eckzähne und Ringelschwanz abgekniffen, letzteres um zu verhindern, dass er von Artgenossen aus Langeweile abgebissen wird. Männlichen Tieren werden auch die Hoden entfernt, da SM_F_Nr-118Eberfleisch wegen seine Geruchs schwer verkäuflich ist. Dies alles geschieht ohne Betäubung.

Die Schweine werden in Gruppen in Stallabteilen meist auf Spaltenboden gehalten. Der Platz pro Tier beträgt hierbei noch nicht einmal einen Quadratmeter. Mit etwa sechs Monaten werden die Schweine geschlachtet. Schon auf dem Transport zum Schlachthof sterben pro Jahr ca. 500.000 Tiere vor Stress und Todesangst.

Die weiblichen Zuchttiere werden wochenlang in Kastenständen gehalten, die kaum grösser sind als sie selbst und in denen sie sich nicht umdrehen können.

 

 

 

Hühner, Puten, Enten und Gänse

Mit mehr als 400 Millionen Masthühnern, 50 Millionen Legehennen, 10 Millionen Puten, 2,6 Millionen Enten und 400.000 Gänsen, die pro Jahr in Deutschland geschlachtet werden, stellen Geflügeltiere den weitaus grössten Anteil an Nutztieren dar. Nur für die Legehennen existieren bislang gesetzliche Vorschriften, EM_F-Nr.-035sdie den Tieren ab 2007 ein etwas artgerechteres Leben ermöglichen. Denn ab diesem Zeitpunkt ist der herkömmliche Batteriekäfig, in dem jedes Tier kaum die Fläche eines DIN A4-Blattes zur Verfügung hat, in Deutschland verboten. Allerdings versucht derzeit die Hühnerhalter- und Bauernlobby, dieses Käfigverbot durch grössere Käfige für mehr Tiere unter der irreführenden Bezeichnung "Kleinvoliere" aufzuweichen.

Die Bedingungen, unter denen die Masttiere leben, sind insbesondere bei Hühnern, Puten und Enten extrem tierquälerisch. Hühner und Puten werden zu Zehntausenden in grossen Hallen gehalten und in Rekordzeit schlachtreif gemästet. Doch nicht nur die Haltung, GM_F-Nr.-033sondern auch die Zucht der Tiere ist problematisch. Sie liegt in den Händen von wenigen, multinational tätigen Unternehmen, die äussert spezialisierte Zuchtlinien entwickelt haben. So wurde bei den Legerassen der Hühner die Legeleistung extrem gesteigert, was dazu geführt hat, dass diese Hühner kaum mehr Fleisch ansetzen und nicht zur Mast eingesetzt werden. Alle männlichen Küken der Legerassen werden daher als sogenannte Eintagsküken getötet, rund 40 Millionen jährlich allein in Deutschland.

Hühner und Puten dagegen, die extra für die Mast gezüchtet werden, wachsen besonders schnell HM_F-Nr-031und legen vor allem an Muskelfleisch zu. Beine, Herz und Lunge halten mit dem hohen Fleischzuwachs nicht Schritt. Dies führt zu schmerzhaften Skelett- und Gelenkschäden sowie nicht selten zu Kreislaufversagen und plötzlichem Herztod.

Spezielle gesetzliche Vorgaben zur Haltung von Mast- und Geflügeltieren existieren bislang nicht. Für Masthühner wird derzeit auf EU-Ebene zwar eine Richtlinie diskutiert, danach sind jedoch am Ende der Mast bis zu 38 kg pro Quadratmeter zulässig - das entspricht etwas 25 Tieren.

 

Rinder

RM_F-Nr-010Auch bei Rindern sind getrennte Zuchtlinien zur Milch- sowie zur Fleischerzeugung entwickelt worden. Tiere der Fleischrassen werden nicht gemolken, sondern ihre Milch steht den Kälbern zur Verfügung. Bei den Milchrassen dagegen wird das Kalb meist sofort nach der Geburt von der Mutter entfernt und mit Milchaustauscher ernährt. Die Milch des Muttertieres wird zur menschlichen Ernährung verwendet.RM_F-Nr-036s Da die Kühe zweimal täglich gemolken werden müssen und dies bei Weidegang sehr aufwändig ist, stehen viele Milchkühe ganzjährig im Stall - oft sogar angebunden auf Betonboden und ohne Einstreu. Zur Haltung von Rindern gibt es bislang keine Vorgaben, nur für Kälber bis zu einem Alter von sechs Monaten enthält die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung Mindestanforderungen, die z.B. Gruppenhaltung ab der achten Lebenswoche vorsehen und die Anbindehaltung verbieten.

 

KaninchenKM_V-Nr.-002

werden vor allem als Heimtiere wahrgenommen oder wenn man sie bei einem Spaziergang durch Felder und Wiesen sieht. In Deutschland werden jedoch etwa 22 Millionen Kaninchen pro Jahr geschlachtet und gegessen.Die Tiere werden überwiegend von privaten Haltern, zum Teil jedoch auch in spezialisierten Mastbetreiben "erzeugt". Dort leben sie in engen, niedrigen Käfigen meist ohne Einstreu auf Metall -oder Kunststoffrosten. Verletzungen der Pfoten und Verkrümmungen der Wirbelsäule durch Bewegungsmangel treten oft auf.KM_V-Nr.-024 Bis zu 50% der Masttiere sterben aufgrund der schlechten Haltung und an Infektionskrankheiten. Bei privaten Haltern leben die Kaninchen vorwiegend in traditionellen Holzställen. Zwar haben sie häufig eine Unterlage aus Stroh, doch ihren Bewegungsdrang können sie auch hier nicht ausleben. Schon ab der 12. Lebenswoche werden die Kaninchen geschlachtet.

Quelle:

Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Versuchsgegner

S.08/ 09 tierrechte 1.06

Was Sie tun können

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Verzichten Sie auf den Verzehr und die Nutzung von tierischen Produkten - vegane Lebensweise
  • Verzichten Sie auf den Verzehr von Fleischprodukten - vegetarische Lebensweise
  • Schränken Sie den Verzehr von tierischen Produkten ein.
  • Achten Sie beim Kauf auf die Herkunft der Produkte, wie Eier aus Freilandhaltung, Freilandhaltung von Rindern und Schweinen etc.
  • Informieren Sie ihre Mitmenschen über die qualvollen Haltungsbedingungen der Nutztiere
  • Fragen Sie in Geschäften nach Herkunft und Haltungsformen der Tiere.
  • Wählen sie Parteien, die sich für verbesserte Haltungsbedingungen einsetzen.

Was man tut, muss jeder für sich selbst entscheiden, aber das enorme Leid der Nutztiere einfach ignorieren sollte niemand mehr.

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Hinter den Kulissen- eine Videodokumentation über die Haltung von Nutztieren in deutschen Mastbetrieben.

Der alltägliche Wahnsinn in deutschen Mastställen, fernab von Verbrauchern und Fernsehkameras, wird hier auf einer 25minütigen DVD bzw. VHS-Kassette dargestellt. Hierbei wurde bewusst auf Kommentare verzichtet, die Wirkung der Bilder soll den Betrachter ohne Ablenkung erreichen. Neben den Videobildern, die im übrigen heimlich erstellt worden sind, um die Situation möglichst realistisch wiederzugeben, lassen die Filmemacher Statistiken als Fakten auf den Zuschauer wirken.

Die Videodokumentation kostet 19,95 Euro und ist erhältlich beim Deutschen Tierschutzbüro:

www.tierschutzbuero.de

Videodokumentation
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Kontakt@tierschutz-ostwestfalen.de * fon: 0 52 51 / 7 15 50 * fax: 0 52 58 / 93 85 58 *